Parodontologie in Wien: Warum ist die Behandlung von Parodontitis so wichtig?

Parodontologie in Wien

Die Parodontitis, im Volksmund oft Parodontose genannt, ist eine extrem verbreitete Krankheit. De facto litt in 2007 mehr als die Hälfte der 35- bis 44-Jährigen in Deutschland an Parodontitis.

Bei der Parodontitis handelt es sich um eine durch Bakterien hervorgerufene Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates.

Univ. Doz. Peter Solar, ausgewiesener Experte für Parodontologie in Wien aus der Zahnklinik City Face, erklärt:

Die Parodontitis ist deshalb so tückisch, weil sie oftmals nicht mit Schmerzen einhergeht und daher von Betroffenen nicht bemerkt wird. Wenn sie jedoch nicht behandelt wird, führt sie fast zwangsläufig zu Zahnverlust, was wiederum mit hohen prothetischen Kosten, ganz abgesehen von Zahnimplantaten, verbunden ist. Dazu sollte man es nicht kommen lassen.

Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt oder wenn bereits diagnostiziert beim Parodontologen sind also extrem wichtig. Denn nur der Zahnarzt kann diese Erkrankung eindeutig feststellen, aber auch Zahnbeläge entfernen – die Rede ist von einer professionellen Zahnreinigung – die zur Entwicklung der Krankheit beitragen.

Allerdings liegt die Schwerlast stets beim Patienten – es geht also um die Mundhygiene, der Risikofaktor Nummer eins.

Regelmäßiges Zähneputzen (mindestens zweimal täglich) sowie der Einsatz von Zahnseide/Interdentalbüsten sind ein absolutes Muss, denn gerade in den Zahnzwischenräumen, die immerhin etwa 30% der gesamten Zahnoberfläche ausmachen und nicht mit der Zahnbürste erreicht werden, bilden sich oft Beläge, die zur Entstehung von Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und Parodontitis führen.

Darüber hinaus empfiehlt sich auch der Einsatz eines Zungenschabers, mit dem Beläge auf dem Zungenrücken entfernt werden.

Ratsam sind auch antibakterielle Mundwasser und das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi wenn das Zähneputzen nicht möglich ist.

Symptome der Parodontitis sind regelmäßiges Zahnfleischbluten (beim Zähneputzen), Rötungen, Schwellungen und Eiterungen des Zahnfleisches, Mundgeruch sowie ein Zahnfleischrückgang und damit verbunden eine Lockerung der Zähne.

Neben schlechter Mundhygiene sind Rauchen, Diabetes, Karies, Zähneknirschen, Schwangerschaft, Abwehrschwäche, falsche Ernährung und Gene Risikofaktoren für Parodontitis.

Grundsätzlich lässt sich heute jedoch sagen, dass sich die Zahn- und Mundgesundheit der Bevölkerung in allen Bereichen und über alle sozialen Schichten (Flüchtlinge aus dem arabischen Raum sind dabei allerdings eher die Ausnahme) verbessert.

De facto nehmen immer mehr Menschen die Gesundheit ihrer Zähen ernst. Während im Jahr 2011 nur 55% der Versicherten in Deutschland ein- bis zweimal zur Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt gingen, waren es 2015 immerhin rund 70%.

Davon waren allerdings nur 30% männlich – Männer neigen also stark dazu, den Zahnarzt zu meiden. Dabei wird regelmäßige Zahnvorsorge von Krankenkassen in Deutschland finanziell belohnt: Wer 5 Jahre hintereinander einmal im Jahr beim Zahnarzt war, bekommt bei Zahnersatz-Behandlungen neben dem festen Zuschuss einen Bonus.

Gehen Sie also unbedingt zur Kontrolle zum Zahnarzt bzw. Experten für Parodontologie in Wien, Basel, Zürich, München oder Ihrer Heimatstadt.

Kommt bald die Pille, die uns schlauer macht?

Posted on 29. Oktober 2015  in Smart Drugs

Laut einem weitverbreiteten Mythos nutzen wir nur 10% unseres Gehirns. Und wenn wir nur die restlichen 90% nutzen könnten, wären wir wohl alle Genies. Klar, dies ist schlicht falsch, denn jeder gesunde Mensch nutzt sein Gehirn stets vollständig. Denn würden Teile des Gehirns auch nur kurz nicht genutzt werden, würden sie schlicht absterben.

Ohne Limit – der Film

Im US-amerikanischen Thriller „Ohne Limit“ aus dem Jahr 2011 mit Bradley Cooper in der Hauptrolle gelangt ein erfolgloser Schriftsteller zufällig in den Besitz einer neuartigen synthetischen Droge in Form einer Pille, die die Intelligenz, das Erinnerungsvermögen, die Konzentrationsfähigkeit und Wahrnehmungsfähigkeit deutlich steigert.

Pille macht aus Stützzellen im Gehirn Neuronen

In der Realität gibt es so eine Pille nicht – noch nicht? Denn Wissenschaftler der Penn State Universität haben kürzlich eine Pille (bzw. einen Cocktail aus kleinen Molekülen) entwickelt, die nicht-neuronale Gliazellen – reine Stützzellen, die etwa die Hälfte der Zellen im menschlichen Gehirn ausmachen – in funktionierende Nervenzellen (Neuronen) umwandeln können soll.

Was machen Gliazellen?

Gliazellen umgeben Neuronen und halten diese an Ort und Stelle, liefern den Neuronen Nährstoffe und Sauerstoff, isolieren Neuronen voneinander, zerstören Krankheitserreger und entfernen abgestorbene Neuronen.

Ohne Limit – bald auch in der Realität?

Mit anderen Worten: Es könnte bald möglich sein, eine Pille einzunehmen und etwa 50% des Gehirns dazu zu veranlassen, etwas zu tun, was es bis dato nicht getan hat – nämlich Informationen zu verarbeiten (dies ist, was Neuronen tun).

Momentan wird die Pille als Medikament für Menschen mit kognitiven Einschränkungen entwickelt. Die unmittelbarste Anwendung ist die Verbesserung der kognitiven Funktionen von Menschen mit Erkrankungen wie Alzheimer, oder zur Unterstützung der Erholung der von Patienten mit einem Hirntrauma.

Gleichzeitig träumen die Wissenschaftler davon, dass Patienten mit Hirnleistungsstörungen diese Pille eines Tages einfach daheim einnehmen können, um Neuronen in ihren Gehirnen ohne Operation und ohne Zelltransplantation zu regenerieren.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die Pille hat einen langen Weg vor sich, bevor sie für die Patienten zugelassen wird. Studien an Menschen wurden nicht durchgeführt und es ist unklar, welche Arten von Nebenwirkungen auftreten können.

Denn immerhin besitzen Gliazellen haben eine wichtige Funktion im Gehirns. Die Umwandlung dieser in Neuronen könnte sogar zu einer Verschlechterung der Funktionsweise des Gehirns führen. (In „Ohne Limit“ beispielsweise kann übermäßiger Konsum zum Tode führen.)

Dennoch ist die Idee solch einer Pille sicherlich etwas, das zweifelsohne weitere Forschung anziehen wird. Es ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass die Linie zwischen Science-Fiction und Wissenschaft sehr dünn sein kann.

Die Schweiz will ihre restriktive Asylpolitik verschärfen

Fluechtlinge_Schweiz

Die Flüchtlingssituation in Europa verschärft sich zusehends: Alleine in Deutschland werden monatlich mehr als 28.000 Asylanträge gestellt. Im Jahr 2014 wurden in Europa 600.000 Asylgesuche eingereicht; rund 3,8 Prozent davon entfallen auf die Schweiz.

Bei den meisten Flüchtlingen handelt es sich um Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung sind. Hinzu kommen diejenigen, die Naturkatastrophen und Hunger entkommen wollen. Sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge, die in ihrem Land keine ökonomische Perspektive haben, machen ebenfalls einen bedeutenden Teil der Asylbewerber aus.

Obgleich 2014 in der Schweiz elf Prozent mehr Asylgesuche gestellt wurden als im Vorjahr, liegen Zustände wie 1999, als über 47.000 Gesuche eingereicht wurden, in weiter Ferne. Einer offiziellen Statistik zufolge wurden im abgelaufenen Jahr 21,6 % der Asylanträge abgelehnt. 23,2 % der Bewerber erhielten einen positiven Bescheid, weitere 29,7 % wurden vorläufig aufgenommen. Gar nicht erst bearbeitet wurden 9,4 Prozent der Gesuche; 16,1 % der Antragsteller wurden in ihr Heimatland zurückgeschickt.

Dennoch fragen sich viele Schweizer, wie viele Flüchtlinge das Land vertragen kann: Schon jetzt sind in vielen Gemeinden die Grenzen der Belastbarkeit erreicht. Für Schlagzeilen sorgte unlängst ein Fall in Hagenbuch/ZH, wo für eine Grossfamilie mit Aufenthaltsbewilligung B (ein Jahr mit Verlängerungsmöglichkeit) monatlich 60.000 Franken aufgewendet werden. Zahlreiche Kommunen fühlen sich mit der Bewältigung der Kosten überfordert und verlangen nach einer zeitnahen Lösung.

Asylverfahren sollen weiter beschleunigt werden

Nach einem Volksentscheid trat im Jahr 2013 ein verschärftes Asylgesetz in Kraft. In Anspielung auf die federführende Justizministerin betitelten Kritiker und ein Teil der Medien das Gesetzeswerk als „Lex Sommeruga“. Einer der Kernpunkte der neuen Regelung ist eine Reduzierung der Bearbeitungszeit, die allerdings noch immer bei durchschnittlich 410 Tagen liegt.

Wie sehr sich die politische Situation im Mittelmeerraum und auf dem afrikanischen Kontinent in der Folgezeit zuspitzen würde, hätten wohl die wenigsten Politiker geahnt. Um die Zeit von der Einreichung des Antrags bis zur Zustellung des Bescheids nochmals zu beschleunigen, soll künftig ein Verfahren etabliert werden, das bereits seit einiger Zeit in den Niederlanden angewandt wird. Dort wird über Asylgesuche innerhalb von acht Tagen entschieden – allerdings wird gegen rund 90 Prozent der Bescheide Einspruch eingelegt.

Das Kurzverfahren gliedert sich in drei Phasen: In der Vorbereitungsphase werden den Bewerbern die Fingerabdrücke abgenommen und mit internationalen Datenbanken abgeglichen. Zusätzlich finden eine Dokumentenprüfung und eine ärztliche Untersuchung statt. Die Bewerber erhalten zudem eine kostenlose Rechtsberatung. In der zweiten Phase wird das Gesuch eingehend geprüft, sodass innerhalb von acht Tagen eine Entscheidung getroffen werden kann. Fällt diese negativ aus, wird die Rückkehr des Bewerbers vorbereitet und die Vollzugsphase eingeleitet.

Um das niederländische Modell zu testen, hat die Stadt Zürich vor einigen Monaten ein Pilotprojekt gestartet. Bis zum September 2015 sollen Erfahrungen mit dem beschleunigten Verfahren gesammelt werden. Ziel ist es, das Prozedere auf maximal 5 Monate zu verkürzen. Bis zum Ende des Projekts, das im Bundeszentrum für Asylbewerber in Zürich-Altstetten durchgeführt wird, sollen zwischen 1300 und 1400 Gesuche bearbeitet worden sein.

Blickpunkt Eritrea

Mit einer Quote von über 20 Prozent ist Eritrea das Hauptherkunftsland von Flüchtlingen, die in die Schweiz kommen. Die innenpolitische und soziale Lage des ostafrikanischen Staates wird seit Jahren durch einen ungelösten Grenzkonflikt mit dem Nachbarland Äthiopien bestimmt. Eine der Folgen dieser Entwicklung ist eine Militarisierung der Gesellschaft, die mit einer starken Einschränkung von Grundrechten wie Religions- und Versammlungsfreiheit einhergeht.

Sowohl die Presse als auch das Fernsehen und der Rundfunk unterliegen in Eritrea der staatlichen Kontrolle. Bisher ist es dem Regime nicht gelungen, auch das Internet zu zensieren – allerdings haben nur etwa drei Prozent der Bevölkerung Zugang zum Web. Vor allem in den ländlichen Regionen sind die Menschen auf die traditionellen Medien angewiesen, die – ähnlich wie in Nordkorea – ausschliesslich in positiver Weise über die Arbeit der Regierung berichten.

Regimekritiker und missliebige Journalisten werden in Eritrea häufig verhaftet und unter unwürdigen Bedingungen gefangen gehalten. Die Standorte der Gefängnisse sind geheim und daher nur wenigen Angehörigen des Militärs bekannt. Zahlreiche inhaftierte Menschen warten seit Jahren vergeblich auf ein rechtsstaatliches Verfahren und haben keinen Kontakt zur Aussenwelt.

Methadon: Segen oder Fluch?

Methadon

Methadon wird seit den 60er-Jahren als Substitutionsmittel in der Therapie Drogenabhängiger angewendet. In Europa ist das synthetisch hergestellte Opioid vor allem als Ersatzdroge für Heroinsüchtige bekannt. Das Ziel der Substitution ist, den Abhängigen in eine Situation zu versetzen, in der die illegale Beschaffung von Heroin nicht mehr nötig ist.

In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass die Sucht durch die Gabe von Methadon nicht reduziert wird. Diese Tatsache war bereits vor vielen Jahrzehnten bekannt: Bereits in der Nachkriegszeit produzierte der amerikanische Pharmakonzern Eli Lilly ein Schmerzmedikament, das auf Methadon basierte. Das Mittel wird aber schon seit Langem kaum noch eingesetzt, da Methadon sehr schnell abhängig macht. Lediglich in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei stärksten Tumorschmerzen, wird Methadon als Schmerzmittel verabreicht.

Neben der Verwendung als Heroinsubstitut gibt es noch eine weitere Methode, um Süchtige mit Methadon zu behandeln. Die Rede ist von der sogenannten Reduktionsmethode, bei der der Abhängige zunächst mit der Maximalmenge beginnt und die tägliche Dosis kontinuierlich herunterschraubt. Das Problem: Die Sucht wird hierdurch meist nicht reduziert – selbst dann nicht, wenn der Konsument die tägliche Menge bereits um 70 Prozent zurückgefahren hat. Der überwiegende Teil der Abhängigen beginnt schon nach kurzer Zeit erneut, Heroin zu konsumieren.

Verzicht auf den Kick

Anders als Heroin, das sowohl geraucht als auch gespritzt werden kann, wird Methadon ausschliesslich oral verabreicht – zumindest in staatlichen Substitutionsprogrammen. Dadurch entfällt der Kick, der durch die intravenöse Gabe entsteht. Hierin liegt zweifellos einer der Vorteile der Substitution mit Methadon: Der „Flash“ durch die Spritze ist einer der entscheidenden Gründe, weshalb es Heroinabhängigen so schwer fällt, von ihrer Sucht loszukommen.

Daraus zu schliessen, dass Methadonkonsumenten auf Injektionen verzichten, wäre jedoch falsch. Bei einer im Jahr 2005 durchgeführten Befragung von Berliner Drogenkonsumenten stellte sich heraus, dass mehr als 50 Prozent der Teilnehmer sich bereits mindestens einmal Methadon gespritzt hatten. Rund ein Viertel der Befragten gab an, dies in den vergangenen 30 Tagen praktiziert zu haben – vorzugsweise in Verbindung mit Kokain oder Benzodiazepin-Tabletten. Zum Zeitpunkt der Umfrage wurden 60 Prozent der Abhängigen substituiert.

Wie unter einer Käseglocke

Methadonkonsumenten fühlen sich tagsüber oft wie unter einer Käseglocke. Das für Heroin typische Wärmegefühl, das nach der Injektion einsetzt, fehlt völlig. Zudem hat der Abhängige nicht das Gefühl, „high“ zu sein, weswegen etliche Langzeitkonsumenten zusätzlich Alkohol trinken und früher oder später wieder beim Heroin landen. Der Kreislauf aus körperlichen Beeinträchtigungen und Beschaffungskriminalität, dem man doch eigentlich entfliehen wollte, beginnt dann wieder von vorne.

Manche Substituierte bezeichnen Methadon als „Teufelszeug“, das den Konsumenten in einer Art Schwebezustand halte. Man könne sich zu nichts aufraffen und fühle sich wie ein alter Mensch, der unter starken Knochenschmerzen leidet. Von der Wirkung her sei Methadon durchaus mit Valium vergleichbar.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin kann eine Beendigung der Substitution in der Regel erst nach einigen Jahren in Betracht gezogen werden. Untersuchungen zufolge hält jedoch gerade einmal ein Drittel der Substituierten die Behandlung mit Methadon länger als ein Jahr durch. Hört man den Schilderungen der Betroffenen aufmerksam zu, verwundert es geradezu, dass es nicht noch weniger sind.

Poppers: Schnüffeln bis zur Ekstase

Poppers

Seit den 70er-Jahren gehören Poppers zu den beliebtesten Schnüffeldrogen. Der Verkauf als Aphrodisiakum ist eigentlich verboten – dennoch landen die bunten Fläschchen immer wieder in Erotikshops, wo sie als Zimmerduft oder Reinigungsmittel angeboten werden. Der Besitz unterliegt keinen betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften und ist nach aktueller Gesetzeslage legal.

Die Bezeichnung „Poppers“ rührt vom knallenden Geräsch her, das beim Öffnen der Glasampullen entsteht. Durch das Schnüffeln tritt eine stark gefässerweiternde Wirkung (Vasodilatation) ein. Ursprünglich wurde Alkylnitrit, so die chemische Bezeichnung der Flüssigkeit, als Herzmedikament und bei der Behandlung von Angina pectoris verwendet.

In der Gay-Szene erfreuen sich Poppers einer immensen Beliebtheit. Die inhalierten Dämpfe bewirken eine tiefe Muskelentspannung und eine Unempfindlichkeit gegen Schmerzen, sodass sich der Geschlechtsverkehr leichter vollziehen lässt. Nicht selten entsteht ein Rausch, der mit starken Glücksgefühlen verbunden ist.

Normalerweise werden die Dämpfe unmittelbar vor dem Geschlechtsakt eingeatmet. Bei einem falschen Timing kann es passieren, dass der Benutzer Kopfschmerzen, Hautrötungen oder Herzrasen bekommt. In manchen Fällen kommen Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen hinzu.

Nach spätestens 10 Minuten ist alles vorbei

Im Gegensatz zu Drogen wie Marihuana oder Ecstasy hält die Wirkung von Poppers nur kurzzeitig an. Abhängig von der eingeatmeten Menge dauert der „Kick“ zwischen einer und zehn Minuten. Der Preis pro Einheit liegt bei durchschnittlich 5 bis 8 CHF.

Verglichen mit anderen Drogen sind Poppers ein teurer Spass – dennoch ist die Popularität der Fläschchen ungebrochen. Dies hat einen einfachen Grund: Poppers gelten als die ultimative Sexdroge. Der Orgasmus wird weitaus intensiver erlebt, als es normalerweise der Fall ist. Da die Wirkung unmittelbar nach dem Akt schwindet, besteht zudem nicht die Gefahr, dass man „versackt“ und den Rest des Tages untätig bleibt.

Der Mischkonsum ist ein Husarenspiel

Poppers werden vor allem in der Clubszene gehandelt. Auf manchen Parties kreisen die Flaschen fast permanent über den Dancefloor. Das Gefährliche daran ist, dass viele Besucher sich nicht auf diesen einen Kick beschränken, sondern Poppers zusammen mit anderen Drogen konsumieren. Hier sind vor allem Ecstasy und LSD zu nennen.

Der Mischkonsum ist ein regelrechtes Husarenspiel – insbesondere dann, wenn man gleichzeitig Medikamente gegen niedrigen oder zu hohen Blutdruck einnimmt. Die Kombination von Viagra und Poppers gilt als lebensgefährlich, da es hierbei zu einem plötzlichen Abfall des Blutdrucks kommen kann und unter Umständen die Durchblutung wichtiger Organe gefährdet wird.

Forscher: Der Poppers-Konsum kann ins Auge gehen

Im Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ erschien unlängst ein Artikel, der weltweit für Aufsehen sorgte. Ein französisches Medizinerteam äussert darin die Vermutung, dass Poppers die Netzhaut schädigt. Die Augenärzte hatten vier Patienten behandelt, die nach dem Konsum der Sexdroge nicht mehr in der Lage waren, scharf zu sehen. Zudem beklagten sie einen hellen Fleck in ihrem Sichtfeld.

Die Ärzte stellten bei allen vier Personen eine Schädigung der Netzhaut fest. Diese konzentrierte sich fatalerweise auf die Sehgrube – den Bereich des Auges, der Bilder in hoher Auflösung an das Hirn übermittelt. Zwei Patienten hatten Glück im Unglück: Bei ihnen liessen die oben beschriebenen Symptome nach wenigen Wochen nach. Wie sich später herausstellte, gibt es noch eine Reihe weiterer Fälle, in denen Poppers-Konsumenten Schädigungen der Netzhaut davontrugen.

Der medizinische Beweis, das der Genuss von Poppers die Augen in Mitleidenschaft zieht, steht indessen noch aus. Das Forscherteam weist in seinem Artikel darauf hin, dass zwei der behandelten Patienten kurz vor dem Sehkraftverlust eine beträchtliche Menge hochprozentigen Alkohols zu sich genommen hatten. Dessen ungeachtet vermuten die Wissenschaftler einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Droge.

Die Schweiz als europäische Drogen-Hochburg – Zahlen und Fakten

Posted on 6. April 2015  in Allgemein
Schweiz_Drogen-Hochburg

Die Schweiz steht weltweit in dem Ruf, ein ordnungsliebendes Land zu sein. Es scheint jedoch, als ob immer mehr Menschen den Wunsch verspüren, dieser Ordnung zu entfliehen und sich dem Drogenrausch hinzugeben: Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass hierzulande hemmungslos geschnupft, geraucht und getrunken wird.

An vorderster Stelle der drogenaffinen Städte steht Zürich. Die 400.000-Einwohner-Stadt gilt seit Jahrzehnten als Kokain-Metropole Europas – offenbar nicht zu unrecht: Eine Studie zu Rückständen im Abwasser förderte zutage, dass nur in Antwerpen und Amsterdam noch mehr gekokst wird. Auch beim Ecstasy-Konsum spielt die grösste Stadt der Schweiz ganz vorne mit: Unter den pillenfreudigsten Städten belegt Zürich den fünften Rang, St. Gallen und Bern folgen auf den Plätzen acht und zehn.

Cannabis ist die Volksdroge Nr. 1

Eine Besonderheit der Schweiz ist der flächendeckende Anbau von Cannabis. Die polizeiliche Vernichtung von Indoor-Hanfpflanzen liegt auf einem schwindelerregenden Niveau: Im Jahr 2012 wurden weit über 80.000 Gewächse beschlagnahmt. Nur in den Vereinigten Staaten, in denen 39-mal so viele Menschen leben, werden mehr Pflanzen vernichtet. Der Konsum in der Schweiz soll aktuell bei fast 40 Tonnen pro Jahr liegen, woraus sich ein Jahresumsatz von rund 400 Millionen Franken ergibt.

Jeder will ein Stück vom Kuchen

Warum in der Schweiz derartig viel konsumiert wird, ist unter Kennern der Drogenszene umstritten. Offenkundig ist jedoch, dass Dealer hier eine äusserst zahlungskräftige Klientel vorfinden. Die Gewinnspannen sind beim Drogenhandel enorm; zudem werden die Einnahmen nicht versteuert und tauchen in keiner Bilanz auf. Ein Kilo Heroin kostet im Ursprungsland Afghanistan rund 2.000 Franken, in der Schweiz liegen die Erlöse im sechsstelligen Bereich. Wird der Stoff mit Backpulver oder anderen Substanzen gestreckt, streicht der Händler unter dem Strich gut und gerne 300.000 CHF ein – pro Kilogramm.

Nach einer Schätzung des Bundesamtes für Polizei werden jährlich über fünf Tonnen Kokain konsumiert – Tendenz steigend. Der Jahresumsatz dürfte somit im Bereich von 500 bis 600 Millionen Franken liegen. Die Nachfrage nach dem als „Loser-Droge“ verschrienen Heroin ist ebenfalls ungebrochen: Vor einigen Jahren gingen der Polizei in St. Gallen ganze 150 Kilogramm ins Netz.

Drogen sind in der Schweiz überall erhältlich

Ein eindeutiger Hotspot, so die Polizeibehörden, ist beim Drogenhandel nicht auszumachen. Die kriminellen Aktivitäten konzentrieren sich keineswegs nur auf die Grossstädte, sondern verteilen sich über das gesamte Land. Im Unterschied zu anderen Staaten sind Drogen in der Schweiz fast überall erhältlich. Seit 2012 wird der Markt mit illegalen Substanzen geradezu überschwemmt, was zu einem Absinken der Preise und zu einem Anstieg der Qualität geführt hat. Für ein Gramm Kokain werden derzeit etwa 90 Franken verlangt – vor zehn Jahren waren es noch mehr als 100 Franken.

Sollten Drogen legalisiert werden?

Drogen_legalisieren

Die Diskussion über die Legalisierung illegaler Rauschmittel ist fast so alt wie die Staatsform der Demokratie. In den vergangenen Jahrzehnten drehte sich die Debatte fast ausschliesslich um die Freigabe sogenannter „weicher“ Drogen wie Marihuana, Haschisch oder psychoaktiver Pilze. Es gibt jedoch immer mehr Menschen, die sich für eine generelle Legalisierung von Betäubungsmitteln jeglicher Art einsetzen.

Die Schar der Befürworter kann grob in zwei Kategorien eingeteilt werden, wobei es gerade in der alternativen Szene eine Reihe von Leuten gibt, die sich keinem der nachfolgenden Denkansätze eindeutig zuordnen lassen.

Freiheits-Argumentation

Einer der bekanntesten Verfechter der sogenannten Freiheits-Argumentation war Timothy Leary, der in den 60er- und 70er-Jahren für den freien Zugang zu LSD und anderen Substanzen eintrat. Leary stellte stets das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper bzw. Geist in den Vordergrund und sprach dem Staat das Recht ab, in die Entwicklung des Individuums einzugreifen. Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Milton Friedman setzte sich auf ähnliche Weise für die generelle Legalisierung von Drogen ein.

Die Freiheits-Argumentation wird durch die These gestützt, dass das Alkoholverbot in den Vereinigten Staaten der 1930er Jahre keinen nennenswerten Rückgang des Konsums nach sich zog. Dafür explodierte die Bandenkriminalität, sodass Grossstädte wie Chikago faktisch unter der Kontrolle von Mafia-Bossen standen. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Drogenverbots sind unter dem Strich höher als die Kosten, die durch eine Legalisierung entstünden – so sehen es diejenigen, die sich für eine Aufhebung der totalen Prohibition einsetzen.

Krankheits-Argumentation

Drogensucht ist keine Straftat, sondern vielmehr eine Krankheit – diese These wird von den Anhängern der Krankheits-Argumentation vorgebracht. Den Süchtigen müsse geholfen werden, statt sie in die Beschaffungskriminalität zu treiben. Die Stigmatisierung der Konsumenten entmündige sie und unterwandere zudem die Entscheidung zur Einschränkung des Drogenkonsums.

Diese Sichtweise ist stark umstritten – nicht zuletzt deswegen, weil jede Droge ein individuelles Suchtpotenzial birgt. So macht Heroin bereits ab dem Moment des Erstkontakts abhängig, während bei Cannabiskonsumenten keine körperliche Abhängigkeit festzustellen ist. Die Behauptung, auch Gelegenheitskonsumenten seien krank, wird von den Gegnern als wenig stichhaltiges Argument bewertet. Zudem sei der Betreuungs-Apparat (Entwöhnung, Substitution etc.) nichts anderes als eine teure und überflüssige Arbeitsbeschaffung für Mediziner.

Das Prinzip der Verhältnismässigkeit

Auffällig ist, dass in nahezu allen europäischen Ländern Cannabisprodukte restriktiver als die sogenannten „Volksdrogen“ Alkohol und Nikotin behandelt werden. Dafür gibt es aus medizinischer Sicht jedoch keinerlei Grundlage. Alleine in der Schweiz sterben jedes Jahr rund 9.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, die Zahl der jährlichen Alkohol-Toten liegt bei etwa 1.500. Demgegenüber begünstigt der Cannabis-Konsum weder die Entstehung von Krankheiten, noch führt er direkt oder indirekt zum Tode. Im Gegenteil: Hanfprodukte werden in der Medizin seit Jahren zur Heilung verschiedener Krankheiten eingesetzt, etwa im Bereich der Krebstherapie.

Der Kampf gegen die Drogen ist nicht zu gewinnen

Betrachtet man die Situation in Ländern wie Brasilien oder Mexiko, stellt sich die Frage, ob die Staatsapparate jemals in der Lage sein werden, die illegalen Drogen aus der Gesellschaft zu verbannen. Aufgrund ihrer prekären ökonomischen Situation stellt der Handel mit Betäubungsmitteln für viele Jugendliche und junge Erwachsene den bei Weitem einfachsten Weg dar, ihre Familie mit Geld zu versorgen. Würden sie eine Arbeitsstelle finden, läge der zu erwartende Verdienst auf einem so niedrigen Niveau, dass ein Auskommen nicht machbar wäre.

Die brasilianischen und mexikanischen Spezialeinheiten arbeiten inzwischen rund um die Uhr, um der Lage Herr zu werden. Mit den Drogen ist es jedoch ähnlich wie mit dem sprichwörtlichen Kopf der Medusa: Wird ein Grossdealer festgenommen, treten sofort drei andere an seine Stelle. Der Platz in den Gefängnissen reicht schon lange nicht mehr aus, um die Heerscharen von Drogenkriminellen einzusperren. Nur eine Entkriminalisierung könnte die Situation zum Besseren wenden und dafür sorgen, dass die Städte wieder sicherer werden. Dies käme auch dem Tourismus zugute, der in den genannten Ländern einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellt.

Ayahuasca – der Trunk der Schamanen

Ayahuasca

Ayahuasca ist der Name eines Tees, der in Südamerika unter Schamanen und Medizinmännern seit Jahrhunderten weite Verbreitung findet. Der Hauptbestandteil des Gebräus ist die Ayahuasca-Rebe (Banisteriopsis caapi). Als Nebenzutat kommen entweder Chagropanga (Diplopterys cabrerana) oder Chacruna (Psychotria viridis) hinzu.

Besonders verbreitet ist Ayahuasca im brasilianischen Amazonasgebiet. Hier sind gleich mehrere Religionen zu finden, deren Anhänger das Gebräu bei Versammlungen gemeinschaftlich trinken. Auch in Kolumbien, Ecuador und den Andenländern wird Ayahuasca verwendet, um in die Zukunft zu blicken oder Hilfe beim Lösen von Problemen zu erbitten.

Wirkungsweise

Beim Gebrauch von Ayahuasca wird der Körper in einen heilenden und inspirierenden Trancezustand versetzt. Das Bewusstsein und das spirituelle Niveau werden dabei stark angehoben – unabhängig davon, ob der Benutzer sich bereits mit der geistigen Welt beschäftigt hat oder in diesem Bereich ein Neuling ist. Der Bewegungsapparat bleibt in der Regel kontrolliert, die bewusste Motorik kann jedoch eingeschränkt sein. Darüber hinaus verbessert sich das Hörvermögen, sodass der Benutzer feine Geräusche wahrnimmt, die im normalen Wachzustand nicht hörbar sind.

Die Wirkung des Tees dauert für gewöhnlich vier bis acht Stunden an. Zuvor muss der Benutzer allerdings eine mittelschwere Tortur durchleben: Als Nebenwirkung treten bei den meisten Menschen Erbrechen und/oder Durchfall auf. Manche Urwald-Stämme führen dies darauf zurück, dass sich durch die psychische Wirkung auch der Körper entleert. Ist diese Phase jedoch erst durchgestanden, fühlt man sich nach Aussagen von Benutzern wie neugeboren.

Chemische Inhaltsstoffe

Ayahuasca enthält eine Reihe von chemischen Substanzen, die sich je nach Mischung in unterschiedlichen Mengenanteilen finden lassen. Dazu gehören unter anderem Harmalin, Tetrahydroharmin, Bufotenin, Harmin, Shihunin und Dihydroshihunin. Der mit Abstand wichtigste Inhaltsstoff ist jedoch Dimethyltryptamin (DMT), eine Substanz, die eine psychedelische Wirkung hervorruft. Im menschlichen Körper ist DMT in geringen Mengen vorhanden und wird im Schlaf sowie in Ausnahmesituationen (z.B. bei Nahtoderfahrungen) ausgeschüttet.

Ayahusca als Heilmittel

Die Schamanen nehmen Ayahuasca ein, um auf einer höheren Ebene zu sehen, wo die Ursache für die Krankheit ihres Patienten liegt. Ihre Heilerfolge sprechen für sich: Im Unterschied zur westlichen Medizin, in der zumeist nur Symptome behandelt werden, vermögen die südamerikanischen Heiler eine Krankheit vollständig zu eliminieren. Sofern der Patient die Anweisungen des Medizinmanns gewissenhaft befolgt, kehrt der Krankheitszustand nicht mehr zurück.

In der Psychotherapie wurden mit Ayahuasca beachtliche Erfolge erzielt. Es existieren inzwischen zahlreiche Berichte über Menschen, die schwerwiegende Probleme wie Depressionen oder Süchte mithilfe des Gebräus in den Griff bekamen. Es muss jedoch hinzugefügt werden, dass Ayahuasca keine Allheilmittel ist. Der Tee bringt lediglich unbewusste Prozesse an die Oberfläche, mit denen der Patient arbeiten kann, solange die Wirkung anhält.

Rezeption in der westlichen Welt

In den vergangenen Jahrzehnten hat Ayahuasca vermehrt die Aufmerksamkeit der westlichen Gesellschaft auf sich gezogen. Zu den prominentesten Benutzern zählt der britische Bestseller-Autor Graham Hancock („Fingerprints of the Gods“), der nach eigenen Angaben mehrere Ayahuasca-Sitzungen pro Jahr einlegt. Auch David Icke („Der Löwe erwacht“), eine der bekanntesten Figuren der Truther-Bewegung, hat bereits einige Erfahrungen mit Ayahuasca hinter sich.

Akademische Forscher zeigen ebenfalls ein ansteigendes Interesse an dem bewusstseinsverändernden Dschungel-Tee – wohl auch deswegen, weil Ayahuasca grosse Mengen an DMT enthält. Die Verwandtschaft zu LSD weckt bei einigen Wissenschaftlern gewisse Vorurteile und Ressentiments – dass der Tee für den Nutzer ungefährlich ist, solange die Einnahme unter qualifizierter Aufsicht stattfindet, wird jedoch auch von ihnen nicht bezweifelt.

Hinzu kommt, dass das Suchtpotenzial bei Ayahuasca extrem gering ist. Dies liegt nicht zuletzt an den oben beschriebenen Nebenwirkungen: Die Einnahme ist teilweise mit solch heftigen Reaktionen des Körpers verbunden, dass ein dauerhafter Gebrauch quasi unmöglich ist.